| Besuch
bei BS Motor - Spezialität 2.7 Turbo |
Von MSc EE Palle
Bo Madsen - für BMW-Club Dänemark.
Nach einer langen Busfahrt
komme ich ins Zentrum einer kleinen Provinzstadt in Norwegen an. Hier treffe
ich den Ingenieur Borger Strand. Er ist ein netter junger Mann, der einige
der schnellsten E30 der Welt baut. Er sieht nicht direkt aus wie ein Mechaniker,
aber seine Vorführung des umgebauten 320i - von 1984 - ist sehr überzeugend
und imposant:
BSE Motor E30 M3 2.7l
Turbo: etwa 420 PS und 650 Nm
 |
Dieses Auto hat
einen M20 Motor mit 2,7 Litern mittels einer Diesel-Kurbelwelle, weiterhin
geschmiedeten Kolben (oder geändertem Serien 325i Kolben), Garrett
T04E Turbo mit separatem Wastegate, Intercooler, doppelten Einspritzdüsen
und BSE Management Steuergerät und Sensoren - dazu kommen wir später. |
Im Block ist ein Ring rundum
jeden Zylinder gefräst, wo ein Pianodraht aufgelegt wird. Das ist
nötig um die Zylinderkopfdichtung (ZKD) trotz des erhöhten Druckes
im Verbrennungsraum standfest zu halten. Nach einiger Zeit wird eine normale
ZKD undicht. Die Kupplung ist eine Sinterkupplung oder eine organische
Kupplung. Digital nenn ich die - die hat wahrscheinlich nur 2 Stellungen,
entweder zu- oder ausgekuppelt. Das ist für Mädels nicht tauglich
und für Stadtverkehr auch nicht (Verzeihung an weibliche Leser, aber
ich weiss wie meine Frau - die sonst eine dynamische Auto hochbewerten
- sich beklagen wurde). Den Rest vom Antrieb ist ein E34 M5 Schaltgetriebe,
mit geänderten Kupplungsglocke für den M20, und eine passende
Kardanwelle. Das Hinterachsgetriebe ist ein 2,93:1 mit 40% Sperre. Dieses
gibt eine teoretische Endgeschwindigkeit von rund 300 km/h bei 6400 Umdrehungen.
 |
M20 B27 Garret
T04E im grosses Trim, separates Wastegate, BSE Management, Ladedrücke
bis zu 1,5 bar - Die Wirkung ist nicht zu beschreiben - das muss
erlebt werden. |
Der norwegische TÜV
und AU
Um das Auto durch den TÜV
zu kriegen, mußte das ganze Fahrwerk und die Bremsen auf M3 Niveau
sein und dazu mußte Borger eine Bestätigung bringen, daß
die Leistung nicht die des M3 überschreitet - d.h. nicht über
238 PS liegt. Der Umbau auf M3 Fahrwerk und der dazugehörige Karrosserieumbau
ist sehr aufwendig und gut gemacht. Übergang von C-Säule zum
Heckklappe und Hinterpartie vom Dach paßt perfekt. Der Kotflügel
hinten ist ab der Tür getauscht. Borger hat das Schweißen selber
gemacht. Man sieht einfach nicht, das dies eine Umbau auf M3 Karosse ist
- aber das ist nur ein sehr kleine Teil des Umbau. Lackierung hat Borger
nicht selber gemacht - wurde vom Profi ausgeführt. Das Auto wurde
mit einem speziellen TÜV Programm bei TÜV präsentiert -
womit er nur 238 PS hatten. CO Gehalt war aber zu gross, aber Borger wurde
erlaubt es in einigen Minuten am Platz zu korrigieren. Raus mit dem Laptop
aus dem Kofferraum und Stecker an die BSE Box und schnell war die CO Wert
wieder im grünen Bereich. Jetzt sagt die ABE, daß es ein 2,7l
Turbomotor mit 163 kW ist.
Borger hat dem Steuergerät
BSE selbst entwickelt
Das Motormanagementsystem
BSE hat Borger selber entwickelt und es ist viel leistungsfähiger
als eine Motronic. Die Elektronik ist in einem wohlabgeschirmten Aluminiumbox
im Handschuhfach gesteckt. Diese Box, der PCB mit der Elektronik und die
Konnektoren ist in Profiqualität hergestelt. Und dank moderner Elektronik
ist es leicht zu programmieren mit einem PC über ein serielles Kabel.
Die Anzahl der Werte in den Gemisch- und Zündungstabellen ist
wesentlich größer als bei der Motronic. Der Kabelbaum ist eigentlich
ganz einfach.
 |
BSE Kabelbaum
- hier für einen M3 mit nur 4 Einspritzdüsen. Beachten Sie die
MAP (Manifold Air Pressure - Einlaßkrümmer Luft Druck) über
den weissen Stecker rechts unten. Es gibt die Druckwerte im Ansaugkrümmer
- dann braucht man den Luftmengenmesser (LMM) nicht mehr. |
Mittels einer Einstellung
an der BSE Box leistet der Motor rund 420 PS und ca. 650 Nm. Es lautet
gewaltig und dafür kann ich den Lesern versichern, das wenn man das
Beschleunigungspotential dieses Autos beschreiben will, dann reicht das
wort "gewaltig" nicht aus. Durchdrehende Räder und kleine Heckschleuder
im 3. Gang mit über 100 km/h auf einem nassen gesalztenem norwegischem
Winterweg bei Frostwetter ist nichts für Leute mit zarte Nerven, oder
schwachen Blasen. Jeder Gangwechsel wir begleitet von dem charakteristischen
Pfeifen des Überboostventils. Diesem Ventil macht beim Gaswegnehmen
einen Druckausgleich um dem Drosselklappe, die sich ja schließt beim
Gaswegnemen. Leider ist es zu kalt und zu nass für eine richtige Probe,
wo Borger mir diesem Autos volle Potential zeigen könnte. Hätte
vielleicht doch nicht möglich gewesen, auch wenn es nicht nass wäre,
wegen den kleinen, engen Kurven und Bergen. Borger ist eine vernüftiger
jungen Mann, der so viele Stunden unter diesem – und seine anderen - Autos
gelegen hat, daß er nicht zu wildes Fahren risikieren will. Und es
scheint, als ob er ein vernünftiges Verhältnis zu seinem Leben
und das von anderen Leute besitzt;-)
 |
Zündspule,
Ausgleichsbehälter und Wischwasserbehälter sind verlegt im Motorraum.
Das rote Überdruckventil und der Temperaturfühler mit dem braunen
Stecker ist für die Optimierung des Turbosystem wichtig. Beachten
Sie daß kein Leerlaufventil da ist und trotzdem lauft er perfekt
im Leerlauf. Respekt für das BSE System. |
Dieses Auto ist extrem –
sehr extrem, wenn es abfeuert wird. Die Beschleunigung beginnt ganz kurz
wie in einem 325i, aber entwickelt sich unmerklich zu einem atemlos Adrenalinpumpenden
Gefühl als wie in eine Kampfflugzeug ohneFlügel, das sich auf
einer viel zu kurzen Startstrecke bewegt. Henrik Friss vom BMW Club Dänemark,
der in seinem E30 Biturbo, Master Starter auf Ring Knutstorp in Schweden
Jahr 2000 und 2001 geworden war, und auch Nummer 3 bei "Das Schnellste
Auto Dänemarks" in 2001 wurde, kann sich an dieses Gefühl errinnern.
Denn die Beschleunigung in diesem Auto ist von der selben Klasse wie Henriks
ohne das ich von konkreten Zeiten sprechen kann (ich habe auch in dem Beifahrersitz
in Henriks Auto gesessen) .
Aber eben diese Charakteristik,
der Turbo, macht vielleicht die Beschleunigung beeindruckender als was
mit eine Saugmotor mit dem selben Leistung erlebt werden kann. Aber merkwürdigerweise
ist diese Auto auch ganz zivilisiert im Leerlauf – es läuft sehr rund
und eben – fast besser als ein 325i mit niedrigen Laufleistung. Abgesehen
von dem digitalen Auftreten der Racing Kupplung ist es durchaus möglich
seine Schwiegermutter vom Bahnhof in diesem Auto abzuholen, ohne das Sie
merken wurde, daß sich unter der Motorhaube ein beträchtliches
Pferdegestüt versteckt.
 |
Das BSE Steuergerät
- Beachten Sie die hohe Qualitet des runde Steckers für den Kabelbaum.
Dieser Typ Stecker wird auch für wehrtechnische Geräte verwendet. |
Das Geheimnis ist die BSE
Box, die die Zündung und Benzineinspritzmenge steuern – alle 12 düsen.
Ja – wo Alfa es in doppelten Zündkerzen tun, da macht Borger es mit
doppelten Düsen. Borger sagt das es auch problemlos möglich ist
das BSE System für 6 gössere Düsen zu programmieren, ohne
das der Motor dann zu viel Benzin im Leerlauf oder in der Erwärmungsphase
kriegt. Vorteil bei noch zwei Reihen von Einspritzdüsen ist das man
zwei originale Einspritzdüsenschienen nehmen kann. Es ist schwierig
die originale Motronic für grössere Düsen richtig
zu programmieren – oft kriegt der Motor zu viel Benzin in Erwärmungsphase
und bei Leerlauf. Dies verkürzt ja auch die Laufleistung des Motors
weil zu viel Benzin an den Zylinderwände das Öel abwäscht.
Mittels eines kleinen zusatzlichen System kann Mann doppelt Einspritzdüsen
mit Motronic verwenden. Gibt nur das Problem daß bei einem Fehler
in dem Zusatzsystem oder Steuerung die Verbennung zu mager wird, wobei
die temperatur hoch geht – das kann schnell einen Zylinderkopfriss und/oder
geschmolzene Kolben – geschmiedede oder nicht – zur Folge haben. Von eine
gewisser Ladedruck – programmierbar – verteilt das BSE System die Benzinmenge
gleich zwischen die zwei Düsen pro Zylinder, so das ein Fehler an
einer Düsenreihe verursacht, daß der Motor nur 50% Benzin kriegt.
Das heißt, er kann nicht fahren und die Laufkultur wird sehr schlecht.
Das gefährliche ist hier 10-25% zu wenig Benzin im Gemisch, weil bevor
man das erkennt, gibt es vielleicht eine ZK-Riss oder einen anderen Motorschaden
.
Borger ist sehr gastfreundlich
und gebt freiwillig seine Tipps weiter und spricht gern aus eigener Erfahrung.
Hier ist keine Geschlossenheit oder fachliches Gequatsche welches die Ergebnisse
nicht tragen könnte.
Borger hat auch einen E30
für Bahnsport zu fahren. Hier ist der Turbo ein wenig größer
(Turbonetics T66 mit sehr teuren cheramischen Lagern) und die Leistung
ist hier etwa 470 PS. Borger hat bis jetzt 4 von diesen Motortypen gebaut
und die laufen alle noch.
Sehen Sie mehr auf www.bsmotor.com
|