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Nissan 300 ZX gegen Porsche 944 (2)     sportauto        08/1984
 Die Z- und ZX-Baureihe des japanischen Auto-
 Riesen Nissan hat sich im Verlauf der Vergan-
 genen eineinhalb jahrzehnte immer mehr ge-
 mausert. Wurde der als 240 Z geborene, meist-
 gebaute Sportwagen der Welt in den Versionen
 260 Z und 280 ZX noch an einem Porsche 924 
 oder Mazda RX-7 gemessen, so stieg die neue 
 ZX-Generation mit dem neuen Dreihunderter 
 noch eine Stufe höher auf der Prestige-Leiter. 
 Die Klasse des Porsche 944 ist nunmehr das 
 Konkurrenz-Umfeld. Was hat dazu geführt? 
 Nun, den Nissan 300 ZX, der ausschließlich als 
 Targa mit den so überaus bewährten, heraus-
 nehmbaren Dachhälften lieferbar ist, treibt ein 
 ganz neuer 170 PS-Motor an. Der bislang ver-
 wendete schwere etwas drehunwillige Reihen-
 sechszylinder ist einem Hochmodernen, sehr 
 kompakt gebauten V6-Triebwerk gewichen. Die 
 Vorzüge dieses Drei-Liter-Aggregats sind rasch 
 aufgezählt: Es ist drehmomentstark, läuft völlig 
 vibrationsfrei - seine Kultur ist hochentwickelt. 
 Einen überragend drehfreudigen Eindruck hin-
 terließ es freilich nicht. Der Kraftstoff-Verbrauch 
 darf - obgleich höher als beim Porsche - aber 
 dennoch als Aktiv-Posten verbucht werden. Sein 
 Treibstoff-Konsum wäre sicher noch wesentlich 
 günstiger, würde der 300 ZX nicht zur Kategorie 
 der Eineinhalbtonner zählen. Hier gingen die Ja-
 paner bei ihrem sehr groß und Charakterstark 
 ausgefallenen Sportcoupe sichtlich Konzession-
 en zugunsten eines enorm Hohen Fahrkomforts 
 ein. Porsche legt dagegen beim 944er mehr 
 Wert auf eine hohes Maß an Sportivität. Doch 
 noch ein Wort zum neuen Nissan-V6. 
 Die computerabhängige Motorsteuerung mit 
 Integrierter Kraftstoff-Einspritzung 
(Prinzip LH-Jetronic) soll zwar "das An-
sprechverhalten unter allen Bedingungen" 
verbessern, den Zündzeitpunkt steuern, 
Leerlaufdrehzahlen und Schubabschaltung 
überwachen, ja sogar Selbstdiagnose betrei-
ben. Im Fahrbetrieb sorgte die Gemischauf-
bereitung jedoch für Kummer. Symptome 
wie bei einer Frühen K-Jetronic zeigten sich 
beim Warmstart. Viel Geduld ist dabei von-
nöten, denn nur äußerst unwillig springt der 
V6 an. Auch die Bereitschaft, spontan Gas 
anzunehmen, ist im unteren und mittleren 
Drehzahlbereich nicht perfekt ausgeprägt. 
Der Charakteristische ZX-Sound ist in abge-
schwächter Form erhalten geblieben. Ganz 
Erstaunliches vermag dagegen der großvo-
lumige Porsche-Vierzylinder zu leisten. Er 
hängt satt am Gas, dreht munterer, jedoch 
auch nicht allzu lebenslustig, über 6000/min 
und ist überdies noch sparsam. Sein Defizit 
von zwei Zylindern gegenüber dem Nissan 
wird kaum spürbar. Zwar ist der extreme Kurz-
hub-Motor nicht ganz so kultiviert wie der 
Nissan-V6 und bei geringer Drehzahl sind 
Vibrationen spürbar, doch für einen Vierzylin-
der bietet das 944-Triebwerk eigentlich das 
Optimum. Ein Vorteil ist immerhin auch sein 
Drehmomentverlauf: Zwischen 3000 und 
5500/min stehen immer mehr als 200 Newton-
meter zu Verfügung. Der 300 ZX erreicht sein 
bestes Drehmoment erst bei 4400/min. Dies, 
sowie der Gewichtsunterschied begründen 
auch die besseren Fahrleistungswerte des 
Porsche. In den aerodynamischen Qualitäten 
freilich steht der ZX dem 944er in nichts nach.