Bis Mitte der siebziger
Jahre gab es auf die
Frage nach dem wahren Porsche
nur eine
passende Antwort: der 911
war der wahre,
weil einzige Porsche, und
für viele Freunde
der Marke ist er es auch
heute noch, obwohl
im Hause Porsche schon lange
keine Mono-
kultur mehr gepflegt wird.
Heute leistet sich der Stuttgarter
Sportwagen-
hersteller, der jährlich
nur mehr 30 000 Autos
produziert, den Luxus dreier
völlig eigenstän-
diger Baureihen (944,911,928),
von denen
insgesamt ein Dutzend unterschiedlicher
Modellversionen angeboten
werden.
Der Kunde hat also die Qual
der Wahl.
Und guter Rat ist teuer
bei einem Anbieter,
der die Preise in letzter
Zeit noch sprung-
hafter ansteigen ließ
als die Fahrleistungen
seiner Autos. Wie stark
Porsche in den
vergangen Jahren die Preisschraube
ange-
zogen hat, zeigt ein Vergleich
zwischen der
aktuellen Preisliste und
der Ausgabe vom
Herbst 1986, dem Zeitpunkt,
als auto motor
uns sport zum bislang letzten
Mal 944 Turbo,
911 Carrera und 928 S4 zum
großen Messen
einlud (siehe Heft 21/1986).
Der von Grund auf
renovierte Klassiker 911
Carrera 2 mit 3,6 Liter-
Boxermotor und 250 PS kostet
seit der letzten
Preiserhöhung im Februar
107 100 Mark - das |
sind
31 750 Mark mehr als im Herbst 1986.
Auch in den anderen beiden
Modellreihen ist
die Preissteigerung enorm:
Für den 944 Turbo,
das Spitzenmodell der Vierzylinder-Baureihe
mit 250 PS, verlangen die
Schwaben jetzt
97 175 Mark (plus 22 195
Mark), der
Achtzylinder-Bolide 928
GT mit 330 PS ist für
145 900 Mark (plus 26 400
Mark) zu haben.
Keine Frage: Teuer sind
alle drei. Doch welcher
verdient das Prädikat
bester Porsche? Etwa der
928 GT, der mit den größten
Hubraum, den
meisten Zylindern, den meisten
Ventilen (32 an
der Zahl), der höchsten
Leistung und dem
höchsten Preis? Vielleicht
ist aber auch der
unscheinbare 944 Turbo erste
Wahl, weil die
Leistung bei ihm am wenigsten
kostet, nämlich
389 Mark pro PS. Oder kommt
am klassischen
Elfer in seiner jüngsten
Form nach wie vor keiner
vorbei? Zumindest was die
Sprinterqualitäten
betrifft, zeigt das dienstälteste
Modell im Porsche-
Programm seinen jüngeren
Konkurrenten immer
noch den Rücken. Begünstigt
durch das relativ
niedrige Leergewicht von
1398 Kilogramm und
durch den Heckmotor, der
den Antriebsrädern gute
Traktion verleiht, spurtet
der Carrera 2 so schnell
wie kein anderer von null
auf 100 km/h (5,5
Sekunden) und erreicht nach
25 Sekunden auch
als erster die Marke für
den stehenden Kilometer. |