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 Trio Grande (2)            Artikel aus AMS 7/1990
 
Bis Mitte der siebziger Jahre gab es auf die 
Frage nach dem wahren Porsche nur eine 
passende Antwort: der 911 war der wahre, 
weil einzige Porsche, und für viele Freunde 
der Marke ist er es auch heute noch, obwohl
im Hause Porsche schon lange keine Mono-
kultur mehr gepflegt wird. 
Heute leistet sich der Stuttgarter Sportwagen-
hersteller, der jährlich nur mehr 30 000 Autos 
produziert, den Luxus dreier völlig eigenstän-
diger Baureihen (944,911,928), von denen 
insgesamt ein Dutzend unterschiedlicher 
Modellversionen angeboten werden. 
Der Kunde hat also die Qual der Wahl. 
Und guter Rat ist teuer bei einem Anbieter, 
der die Preise in letzter Zeit noch sprung-
hafter ansteigen ließ als die Fahrleistungen 
seiner Autos. Wie stark Porsche in den 
vergangen Jahren die Preisschraube ange-
zogen hat, zeigt ein Vergleich zwischen der 
aktuellen Preisliste und der Ausgabe vom 
Herbst 1986, dem Zeitpunkt, als auto motor
uns sport zum bislang letzten Mal 944 Turbo, 
911 Carrera und 928 S4 zum großen Messen 
einlud (siehe Heft 21/1986). Der von Grund auf 
renovierte Klassiker 911 Carrera 2 mit 3,6 Liter-
Boxermotor und 250 PS kostet seit der letzten 
Preiserhöhung im Februar 107 100 Mark - das 
sind 31 750 Mark mehr als im Herbst 1986.
Auch in den anderen beiden Modellreihen ist 
die Preissteigerung enorm: Für den 944 Turbo, 
das Spitzenmodell der Vierzylinder-Baureihe 
mit 250 PS, verlangen die Schwaben jetzt 
97 175 Mark (plus 22 195 Mark), der 
Achtzylinder-Bolide 928 GT mit 330 PS ist für 
145 900 Mark (plus 26 400 Mark) zu haben. 
Keine Frage: Teuer sind alle drei. Doch welcher 
verdient das Prädikat bester Porsche? Etwa der
928 GT, der mit den größten Hubraum, den 
meisten Zylindern, den meisten Ventilen (32 an 
der Zahl), der höchsten Leistung und dem 
höchsten Preis? Vielleicht ist aber auch der 
unscheinbare 944 Turbo erste Wahl, weil die 
Leistung bei ihm am wenigsten kostet, nämlich
389 Mark pro PS. Oder kommt am klassischen
Elfer in seiner jüngsten Form nach wie vor keiner 
vorbei? Zumindest was die Sprinterqualitäten
betrifft, zeigt das dienstälteste Modell im Porsche-
Programm seinen jüngeren Konkurrenten immer 
noch den Rücken. Begünstigt durch das relativ 
niedrige Leergewicht von 1398 Kilogramm und
durch den Heckmotor, der den Antriebsrädern gute 
Traktion verleiht, spurtet der Carrera 2 so schnell 
wie kein anderer von null auf 100 km/h (5,5 
Sekunden) und erreicht nach 25 Sekunden auch 
als erster die Marke für den stehenden Kilometer.