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Porsche 911 Cabrio (3)                   Artikel aus AMS 09/81
 
 
Dies spricht für die Solidarität der 
Karosserie-Konstruktion beim 911
- ebenso wie die Tatsache, daß 
sich Porsche nicht scheute, beim 
Cabrio den immerhin schon 204 PS
(150 kW) starken Sechszylinder-
Saugmotor des 911 SC beiseite zu
lassen und statt dessen das aufge-
ladene Triebwerk des 911 Turbo zu
installieren, das es auf stattliche 
300 PS (221 kW) bringt.
Auch äußerlich entspricht das 
Cabriolet mit seinem voluminösen 
Frontspoiler, den weit herausquel-
lenden Kotflügelverbreiterungen und
breiten 50er-Reifen dem bekannten 
Turbo-Coupe. Allerdings hat es unter 
dem Blech noch eine ganz neue 
technische Finesse zu bieten.
"In das Cabrio", verrät Lars Schmidt, 
für den Verkauf zuständiges 
Vorstandsmitglied bei Porsche, 
"haben wir alle technischen Innovation 
hineingepackt, die uns derzeit zur 
Verfügung stehen."
Was er damit meint wird erst klar, 
wenn man die Unterseite des 
Super-911 betrachtet. Hier findet 
sich nämlich eine Kardanwelle, 
die vom Getriebe zur Vorderachse 
führt und dort ein zweites Differen-
tial mündet. Das 911 Cabrio besitzt 
allen Ernstes Allradantrieb.
Warum sich Porsche mit dem 
Allradantrieb beschäftigte, obwohl 
gerade der 911 mit seinen gut be-
lasteten hinteren Antriebsrädern 
kaum Traktionsprobleme kennt, ist
allerdings klar. Schließlich hat Audis 
Quattro, solange er nicht von tech-
nischen Schwierigkeiten oder von 
mißgünstigen Sportkomissaren 
gestoppt wurde, ganz eindeutig 
gezeigt, wohin bei Rallyes die Reise 
geht: Die Quattros fuhren der Kon-
kurrenz um die Ohren, als säßen 
dort nur dumme Buben am Volant.
Die Idee, den 911 mit vier angetrie-
benen Rädern auszurüsten, ist 
überdies nicht neu.
Schon Ex-Porsche-Mann Ferdinand 
Piech, heute Technik-Vorstand bei 
Audi in Ingolstadt, soll sich mit einer
solchen Konstruktion beschäftigt 
haben. Gerüchte wollen gar wissen, 
daß er diese bei seiner geplanten 
Rückkehr nach Zuffenhausen als eine
Art Morgenaufgabe mitbringen wollte, 
doch der Porsche-Betriebsrat hielt 
wenig von einem erneuten Piech-
Wechsel und so hatte schließlich
Audi das erste rallyetaugliche Auto 
mit Allradantrieb.
Wohlhabende und nimmersatte 
Menschen, die sich nun am liebsten 
die neueste Porsche-Kreation in die 
Garage stellen möchten, werden 
allerdings herb enttäusch sein: Das 
vierradgetriebene IAA-Schaustück 
kann man nämlich vorerst nicht kaufen.
"Das 911 Cabrio", erläutert Lars 
Schmidt, "ist lediglich eine Studie, mit 
der wir zeigen wollen, was technisch 
alles machbar ist. Wenn es in Serie 
gebaut würde, wäre es überdies viel 
zu teuer: Man müßte mit weit über 
100 000 Mark rechnen."


Antriebsstrang mit Kardan-
welle und zweitem Differential