Dies spricht für die
Solidarität der
Karosserie-Konstruktion
beim 911
- ebenso wie die Tatsache,
daß
sich Porsche nicht scheute,
beim
Cabrio den immerhin schon
204 PS
(150 kW) starken Sechszylinder-
Saugmotor des 911 SC beiseite
zu
lassen und statt dessen
das aufge-
ladene Triebwerk des 911
Turbo zu
installieren, das es auf
stattliche
300 PS (221 kW) bringt.
Auch äußerlich
entspricht das
Cabriolet mit seinem voluminösen
Frontspoiler, den weit herausquel-
lenden Kotflügelverbreiterungen
und
breiten 50er-Reifen dem
bekannten
Turbo-Coupe. Allerdings
hat es unter
dem Blech noch eine ganz
neue
technische Finesse zu bieten.
"In das Cabrio", verrät
Lars Schmidt,
für den Verkauf zuständiges
Vorstandsmitglied bei Porsche,
"haben wir alle technischen
Innovation
hineingepackt, die uns derzeit
zur
Verfügung stehen."
Was er damit meint wird
erst klar, |
wenn
man die Unterseite des
Super-911 betrachtet. Hier
findet
sich nämlich eine Kardanwelle,
die vom Getriebe zur Vorderachse
führt und dort ein
zweites Differen-
tial mündet. Das 911
Cabrio besitzt
allen Ernstes Allradantrieb.
Warum sich Porsche mit dem
Allradantrieb beschäftigte,
obwohl
gerade der 911 mit seinen
gut be-
lasteten hinteren Antriebsrädern
kaum Traktionsprobleme kennt,
ist
allerdings klar. Schließlich
hat Audis
Quattro, solange er nicht
von tech-
nischen Schwierigkeiten
oder von
mißgünstigen
Sportkomissaren
gestoppt wurde, ganz eindeutig
gezeigt, wohin bei Rallyes
die Reise
geht: Die Quattros fuhren
der Kon-
kurrenz um die Ohren, als
säßen
dort nur dumme Buben am
Volant.
Die Idee, den 911 mit vier
angetrie-
benen Rädern auszurüsten,
ist
überdies nicht neu.
Schon Ex-Porsche-Mann Ferdinand
Piech, heute Technik-Vorstand
bei |
Audi in Ingolstadt, soll
sich mit einer
solchen Konstruktion beschäftigt
haben. Gerüchte wollen
gar wissen,
daß er diese bei seiner
geplanten
Rückkehr nach Zuffenhausen
als eine
Art Morgenaufgabe mitbringen
wollte,
doch der Porsche-Betriebsrat
hielt
wenig von einem erneuten
Piech-
Wechsel und so hatte schließlich
Audi das erste rallyetaugliche
Auto
mit Allradantrieb.
Wohlhabende und nimmersatte
Menschen, die sich nun am
liebsten
die neueste Porsche-Kreation
in die
Garage stellen möchten,
werden
allerdings herb enttäusch
sein: Das
vierradgetriebene IAA-Schaustück
kann man nämlich vorerst
nicht kaufen.
"Das 911 Cabrio", erläutert
Lars
Schmidt, "ist lediglich
eine Studie, mit
der wir zeigen wollen, was
technisch
alles machbar ist. Wenn
es in Serie
gebaut würde, wäre
es überdies viel
zu teuer: Man müßte
mit weit über
100 000 Mark rechnen." |