Wer in der Vergangenheit
einen
Porsche-Manager gefragt
hat,
wie langer der 911 noch
zu leben
habe, bekam eine stereotype
Antwort: "Solange ihn die
Käufer
haben wollen."
Daß sie ihn bis heute
haben
wollen, und zwar in größerer
Stückzahl als den weniger
sport-
lichen 928 - damit hat man
bei
Porsche wohl kaum gerechnet.
Der zähe Alte, soviel
ist inzwisch-
en klar, ist nicht so schnell
totzu-
kriegen, und so ist der
Blickfang
des Porsche-Standes auf
der
Internationalen Automobil-
Ausstellung in Frankfurt
auch
nicht der neue 944.
Die Porsche-Attraktion ist
vielmehr
wieder einmal der 911, allerdings
in einer gründlich
aufgemöbelten
Version. |
Im
Porsche-Entwicklungszen-
trum im schwäbischen
Weis-
sach entstand nämlich
ein 911
Cabriolet - ganz ohne den
beim
911 Targa verwendeten Überroll-
bügel, mit dem Porsche
einst
die Bügel-Mode bei
offenen Autos
einleitete, der aber von
wahren
Cabrio-Freunden nie so recht
akzeptiert wurde. Cabrios
haben
bei Porsche eine lange Tradition
-
mancher erinnert sich noch
mit
Wehmut an den offenen 356
der
fünfziger und sechziger
Jahre
sowie natürlich an
den klassischen
Speedster mit seiner niedrigen
Windschutzscheibe und seinem
primitiven Stoffverdeck,
der heute
von Porsche-Fans vor allem
in
Amerika zu Traumpreisen
gehan-
delt wird und sogar eine
US-Firma
dazu inspirierte, eine Replica
zu |
bauen.
Nun steht der 911 also ebenfalls
als vollwertiges Cabrio
da, und
die Techniker in Weissach
bestä-
tigen sogar, daß die
Bügel-Ampu-
tationen gar keine so problema-
tische Sache war. Denn obwohl
dieses Stahlgerüst,
das die Köpfe
der Insassen bei einem Überschlag
vor schlimmeren Blessuren
schützen soll, natürlich
ein gut Teil
zur Steifigkeit der Karosserie-
Konstruktion beiträgt,
war es relativ
leicht, die Bodengruppe
diese Funk-
tion übernehmen zu
lassen. "Die
notwendigen Versteifungen",
so einer
der am Cabrio-Projekt beteiligten
Weissacher Tüftler,
"sind nicht be-
sonders umfangreich und
wirken sich
auch nicht nachteilig auf
das Gewicht
aus." |