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Goldie mit Turbo-Power (3)                        Artikel aus Rallye-Racing 10/79
 
 
Gehversuche im Auto-Metier. 
Schon ein Jahr später gründete
er eine Firma namens "Intermec-
canica", die hauptsächlich Tuning-
Teile für populäre Kleinwagen der 
damaligen Zeit herstellte.
1960 schließlich produzierte das in 
Turin angesiedelte Unternehmen 
einen Prototyp mit der Bezeichnung 
Imp (Intermeccania-Puch), der mit 
einem aufgebohrten und  heißge-
machten 500 ccm-Puchmotor aus-
gerüstet war. Der 40 PS starke Gift-
zwerg mit Alu-Karosse und Heckmotor 
ähnelt freilich eher einem "Arme Leute-
Porsche" als einem Kleinwagen.
Entsprechend waren die Fahrleistungen 
ausgefallen: Immerhin erreichte das 
Wägelchen eine Höchstgeschwindigkeit 
von knapp 150 km/h. Reisners Enthus-
iasmus blieb von den mageren Verkaufs-
erfolgen weitgehend ungetrübt. Im Winter      
1961 beschloß er , Nägel mit Köpfen zu 
machen: Der "Apollo", ein bildschöner 
Renner mit Ferrari-Äußerem und Acht-
zylinder-Buick-Motor, entstand zu dieser 
Zeit in der Intermeccanica-Werkstatt.
Mit diesem Wagen gelang dem Ungarn
schließlich der Durchbruch in der
Auto-Branche, andererseit hätte er die
Firma beinahe in den Konkurs getrieben.
Jack Griffith, ein Ford-Händler aus
Long Island, begeisterte sich auf
Anhieb für Reisners Edelrenner.
Griffith war der Mann, der den TVR-
V8 in Amerika mit einer Fordma-
schine auszurüsten pflegte.
Chassis und Kunststoff-Karosserie
des Wagens hatte er bis dahin aus
England erhalten. Ein Blick genügte
dem Amerikaner, und spontan
beschloß er, künftig Karosserien
bei Intermeccanica zu kaufen.
Reisner und Griffith kamen überein,
drei Wagen pro Tag herzustellen,
eine Stückzahl, die selbst bei den
italienischen Sportwagengrößen
Ferrari, Maserati oder Lamborghini
bedenkliche Gesichter zur Folge
gehabt hätte.
Im Frühjahr 1963 ging der Apollo GT       
als zweisitziges Coupe in Produk-
tion und wurde auf der Autoschau
von San Francisco vorgestellt.
Der Wagen verfügte über einen
4,9-Liter-Buick-Motor und kostete
6000 Dollar. Finanzieller Erfolg
blieb Reisners traumhafter Kreation
trotz allem verwehrt. Dennoch
brachte es der Auto-Tüftler irgend-
wie zustande, rund 50 Apollo zu
bauen. Er stellte den Wagen 1964
auf dem Turiner Autosalon aus und 
präsentierte ein Jahr später in New York
gar eine 2+2-Version. Diese Sache hatte
freilich einen Haken: Um die Produktion zu
überwachen, verbrachte Reisner den größ-
ten Teil seiner Zeit in der Luft - unterwegs
von Italien nach Amerika und zurück. Er
beschloß, die Motoren selbst einzukaufen
und seine Autos künftig in Italien komplett
fertigzustellen. Fortan trugen alle Reisner -
Autos den Namen "Italia". Es gelang, bis
1970 rund 500 Autos in Turin zu bauen
und auch zu verkaufen.
In der Zwischenzeit hatte Autonarr Reisner
für einen anderen Kunden den damals
heißesten Stationwagen der Welt in einer
Serie von zehn Exemplaren gebaut:
Das Auto hieß "Morena", verfügte über eine
7-Liter-Ford-Maschine, die eine Höchstge-
schwindigkeit von stattlichen 240 km/h zu-
ließ. Als Intermeccanica 1974 nach Los
Angeles auswanderte, hatte Reisner seinen
erten europäischen Autotraum aud dem 
Jahre 1958  noch immer nicht vergessen.
Eigentlich war er damals nach Europa 
gekommen, um einen ausgedehnten Bum-
mel durch die Welt zu genießen.
Zwei Möglichkeiten standen ihm damals
zur Auswahl: Entweder einen Fiat zu kau-
fen und den Aufenthalt nach Belieben aus-
zudehnen - oder aber einen Porsche