Gehversuche im Auto-Metier.
Schon ein Jahr später
gründete
er eine Firma namens "Intermec-
canica", die hauptsächlich
Tuning-
Teile für populäre
Kleinwagen der
damaligen Zeit herstellte.
1960 schließlich produzierte
das in
Turin angesiedelte Unternehmen
einen Prototyp mit der Bezeichnung
Imp (Intermeccania-Puch),
der mit
einem aufgebohrten und
heißge-
machten 500 ccm-Puchmotor
aus-
gerüstet war. Der 40
PS starke Gift-
zwerg mit Alu-Karosse und
Heckmotor
ähnelt freilich eher
einem "Arme Leute-
Porsche" als einem Kleinwagen.
Entsprechend waren die Fahrleistungen
ausgefallen: Immerhin erreichte
das
Wägelchen eine Höchstgeschwindigkeit
von knapp 150 km/h. Reisners
Enthus-
iasmus blieb von den mageren
Verkaufs-
erfolgen weitgehend ungetrübt.
Im Winter
1961 beschloß er ,
Nägel mit Köpfen zu
machen: Der "Apollo", ein
bildschöner
Renner mit Ferrari-Äußerem
und Acht-
zylinder-Buick-Motor, entstand
zu dieser
Zeit in der Intermeccanica-Werkstatt.
Mit diesem Wagen gelang
dem Ungarn
schließlich der Durchbruch
in der
Auto-Branche, andererseit
hätte er die
Firma beinahe in den Konkurs
getrieben. |
Jack Griffith, ein Ford-Händler
aus
Long Island, begeisterte
sich auf
Anhieb für Reisners
Edelrenner.
Griffith war der Mann, der
den TVR-
V8 in Amerika mit einer
Fordma-
schine auszurüsten
pflegte.
Chassis und Kunststoff-Karosserie
des Wagens hatte er bis
dahin aus
England erhalten. Ein Blick
genügte
dem Amerikaner, und spontan
beschloß er, künftig
Karosserien
bei Intermeccanica zu kaufen.
Reisner und Griffith kamen
überein,
drei Wagen pro Tag herzustellen,
eine Stückzahl, die
selbst bei den
italienischen Sportwagengrößen
Ferrari, Maserati oder Lamborghini
bedenkliche Gesichter zur
Folge
gehabt hätte.
Im Frühjahr 1963 ging
der Apollo GT
als zweisitziges Coupe in
Produk-
tion und wurde auf der Autoschau
von San Francisco vorgestellt.
Der Wagen verfügte
über einen
4,9-Liter-Buick-Motor und
kostete
6000 Dollar. Finanzieller
Erfolg
blieb Reisners traumhafter
Kreation
trotz allem verwehrt. Dennoch
brachte es der Auto-Tüftler
irgend-
wie zustande, rund 50 Apollo
zu
bauen. Er stellte den Wagen
1964 |
auf dem Turiner Autosalon
aus und
präsentierte ein Jahr
später in New York
gar eine 2+2-Version. Diese
Sache hatte
freilich einen Haken: Um
die Produktion zu
überwachen, verbrachte
Reisner den größ-
ten Teil seiner Zeit in
der Luft - unterwegs
von Italien nach Amerika
und zurück. Er
beschloß, die Motoren
selbst einzukaufen
und seine Autos künftig
in Italien komplett
fertigzustellen. Fortan
trugen alle Reisner -
Autos den Namen "Italia".
Es gelang, bis
1970 rund 500 Autos in Turin
zu bauen
und auch zu verkaufen.
In der Zwischenzeit hatte
Autonarr Reisner
für einen anderen Kunden
den damals
heißesten Stationwagen
der Welt in einer
Serie von zehn Exemplaren
gebaut:
Das Auto hieß "Morena",
verfügte über eine
7-Liter-Ford-Maschine, die
eine Höchstge-
schwindigkeit von stattlichen
240 km/h zu-
ließ. Als Intermeccanica
1974 nach Los
Angeles auswanderte, hatte
Reisner seinen
erten europäischen
Autotraum aud dem
Jahre 1958 noch immer
nicht vergessen.
Eigentlich war er damals
nach Europa
gekommen, um einen ausgedehnten
Bum-
mel durch die Welt zu genießen.
Zwei Möglichkeiten
standen ihm damals
zur Auswahl: Entweder einen
Fiat zu kau-
fen und den Aufenthalt nach
Belieben aus-
zudehnen - oder aber einen
Porsche |