Die Tachonadel klettert
stetig.
Zügig nähert sich
der Zeiger
der 140 Meilen-Marke. Mit
mehr als 210 km/h jagt der
schwarze Porsche Speedster
über das sechsspurige
Beton-
band der US 155, die in
weiten
Bögen von der Küste
weg in
die Berge Kaliforniens führt.
"Wenn hier irgendwo Bullen
stehen", brüllt Frank
Reisner
gegen den Lärm des
Vierzy-
linder-Boxermaschine, "hilft
nur noch beten!"
Die Sorge des Porsche-Eig-
ners aus Santaa Ana bei
Los Angeles ist berechtigt:
Bleifuß-Jagden, fast
90 Mei-
len schneller, als die Polizei
erlaubt, wirken angesichts
des 55 Meilen-Limits und
ständiger Radarkontrollen
auf amerikanischen Auto-
bahnen reichlich fehl am
Platze. Wer auf den breiten,
kaum befahrenen Highways
dem Geschwindigkeitsrausch
verfällt, muß
hier mit herber
Ernüchterung rechnen:
Bestenfalls kommt er mit
ein-
em 100 Doller-Loch-200 Mark-
in der Brieftasche davon.
Doch hinter dem Lenkrad
von |
Frank Reisners Super-Speedster
ist jegliche Vernunft schnell
ver-
gessen. Erst jenseits der
140
Meilen-Marke bremst der
Motor
den Tatendrang des Fahrers:
Allmählich schwinden
den 148
munteren Pferdchen im
Speedster-Heck die Kräfte.
Dem "gewöhnlichen"
Porsche
Speedster - von 1954 bis
1958
in Zuffenhausen gebaut -
wäre
freilich schon früher
der Dampf
ausgegangen. Je nach Ausführ-
ung brachte der 1600 ccm-Motor
des flotten Zweisitzers
seinerzeit
zwischen 60 und 90 PS zuwege.
Mehr als 190 km/h waren
damit
nicht zu erreichen. Die
Sportwa-
gen-Fans in Amerika gaben
sich
damit vollauf zufrieden.
Schließlich war der
356 Speedster
- getreu dem Motto "it never
rains
in California" als offener
Renner
gebaut - eigens für
den amerikan-
ischen Markt konzipiert
worden.

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Der Erfolg gab den Zuffenhausenern
recht: Die 2500 gebauten
Speedster
gingen weg wie warme Semmeln,
obgleich der Stückpreis
von 16 000
bis 18 000 Mark für
damalige
Zeiten nicht gerade bescheiden
ausgefallen war. Wer sich
heutzu-
tage den Speedster-Luxus
leisten
möchte, wird allerdings
wesentlich
kräftiger zur Kasse
gebeten:
"Unter 50 Riesen", wissen
Insider,
"ist da nichts zu machen."
Doch
selbst Speedster-Fans, die
über
genügend Bares verfügen,
können
meist von ihrem Schwarm
nur
träumen; denn wer einmal
einen
der raren Renner ergattert
hat, wird
sich hüten, ihn wieder
zu verkaufen.
Zu den Leuten, die seit
mehr als
20 Jahren von einem Porsche
Speed-
ster träumten, zählte
bis vor kurzem
auch Mr.Reisner aus Los
Angeles.
Doch vor nicht allzu langer
Zeit
schritt der gebürtige
Ungar zur Tat:
er baute sich den TurboSpeedster
kurzerhand selbst. An den
nötigen
Erfahrungen mangelte es
dem
47jährigen Selfmade-Man
freilich
nicht: Als er 1958 zum erstenmal
in Italien war, blieb Autonarr
Reisner
bei einem dortigen Karroserie-
schneider hängen. Hier
unternahm
er seine ersten |