Teils, teils ist eine präzise,
erschöpfende Antwort
auf alle
Fragen. Bei einem Porsche
935
vergessen auch existentialische
Fotomodelle ihre noble Blässe
und erkundigen sich ganz
bei-
läufig und ziemlich
technisch:
Dampfrad? Ladedruck? Ideale
Ladelufttemperatur? Braucht
man
im Straßenverkehr
kleinere Lader
als auf der Autobahn? Gibt`s
für
Ku`damm und Kö verschiedene
Fahrwerksabstimmungen? 740
PS, das müßten
544 Kilowatt
sein? Wie geht der denn
so, mit
1,4 bar Ladedruck und 8000/min?
Wie kann man sich in unseren
bürgerlich geregelten
Umlaufbahnen
schon vorstellen unter einer
derart
galaktischen Leistung von
740 PS,
vor allem: Wie könnte
es der ge-
neigte Sportfahrer und Formel
1-
und Gruppe C-Erfahrung erleben?
Die wirklich guten Wortbilder, |
irisierende Kaskaden von
philo-
sophischer Transparenz,
enden
bei 500 PS. An 740 PS kann
man sich nur mehr in betonter
Sachlichkeit herantasten,
etwa so:
Rein mathematisch entsprechen
die 740 PS eines straßenzuge-
lassenen Porsche 935- Rennwa-
gens der Summe aus einem
Ferrari GTO (400 PS), einem
Porsche Turbo (300 PS) und
einem schnuckeligen Kleinwagen,
zum Beispiel dem Suzuki
Alto
(40 PS).
Nüchtern ausgedrückt,
geht dieser
935 eines gewissen Walter
Wolf wie
die Sau, wie die berühmte
gesengte
natürlich, zusätzlich
bestückt mit
zwei KKK-Abgasturboladern,
einer
Sidewinder-Rakete und einer
Pratt
& Whitney-Turbine samt
Nachbrenner,
noch dazu in mitternachtsblau.
Als
technische, sogar berechenbare
Vision
sind 740 PS ein glitzernder
Fixstern. |
Ein bißchen jenseits
der Vorstell-
ungskraft, aber innerhalb
des Son-
nensystems einer Porsche
935.
In der zweiten Hälfte
der siebziger
Jahre, nach dem Ende der
Sport-
wagen- und Prototypen-Ära
in den
Langstreckenrennen, wuchs
eine
neue Rasse von Rennwagen
aus
dem aktuellen Reglement,
die GT-
Autos der Gruppen 4 und
5. Aus-
gangspunkt waren sportliche
Autos
aus einer gut durchblutenden
Serien-
produktion, Endpunkt war
eine
Silhouetten-Formel, in der
der Seiten-
riß eines Porsche
935 noch eine
entfernte, aber streng definierte
Ähnlichkeit mit der
Basis 911
haben mußte. Zum Beispiel:
Motor,
Sechszylinder, Boxer, hinten.
Porsche
hatte die beste Basis aus
der Serie,
die beste Rennabteilung
für die Ent-
wicklung und eine Menge
reicher
Rennfahrer-Kunden, denen
der Umsatz
im Porsche- Entwicklungszentrum
Weissach ziemlich am Herzen
lag. |