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Porsche 924 Carrera GTS/GTR  (3)    Auto Zeitung        10/1981

 
Bereits die optische Erscheinung des Wagens
vermittelt das Gefühl: Da steht wieder ein echter
Porsche, während der normale 924 diesbezüg-
lich wohl nicht so überzeugen kann. Schon im 
Stand erweckt der GTS den Eindruck eines 
Dampfhammers. Solchermaßen eingestimmt 
stören denn auch die hautengen, straffen Scha-
lensitze mit dem Automatik-Hosenträgergurt 
nicht mehr. Das Innere präsentiert sich ebenso 
auf- wie ausgeräumt. Unwesentliches fiel der 
Abmagerungskur zum Opfer. Da aus diesem 
Grund auch die Dämm- und Isoliermatten dran 
glauben mußten, geht es im Innenraum ge-
räuschvoll und - nach wenigen Kilometern -
auch recht hitzig zu. Die Schiebefenster ver-
schaffen kaum Linderung. 
Doch spielen diese Dinge eine untergeordnete 
Rolle, solange man den Carrera in gestrecktem
Galopp bewegt. Da der Turbolader erst bei rund 
3500/min seine Tätigkeit aufnimmt und bis 6900
Touren aktiv bleibt, gerät ein weniger geübter 
Automobilist rasch in Streß. Wer zügig voran-
kommen will, sollte tunlichst darauf achten,
daß die Drehzahl des Zweiliter-Auto-
Triebwerks nicht unter die 3500/min-
Grenze fällt. Andernfalls sinkt die 
Leistung auf gutes Durchschnitts
niveau. Um dies zu verhindern, muß im 
noch exakt zu schaltenden Fünfgang-
getriebe wacker gerührt werden. Bei Fehl-
schaltungen brechen die 245 Pferdchen 
schlagartig zusammen. Oder sie stieben 
vehement davon. Beides passiert meist an 
unpassender Stelle, nämlich in einer Kurve. 
Ist es gelungen, mit beider Hände Pak-
kraft den Untersteuerer zu bändigen, 
beginnt das Spiel von neuem, denn die 
Geraden zwischen den Kurven schrumpfen
auf Superkurzstrecken zusammen.
Der Porsche 924 Carrera GTS kann in einer 
Einzelabnahme für die Straße zugelassen 
werden. SO richtig wohl fühlen dürften sich 
Fahrer und Fahrzeug aber nur auf der Renn-
strecke. Und da gehören sie eigentlich auch 
hin.