Bereits die optische Erscheinung
des Wagens
vermittelt das Gefühl:
Da steht wieder ein echter
Porsche, während der
normale 924 diesbezüg-
lich wohl nicht so überzeugen
kann. Schon im
Stand erweckt der GTS den
Eindruck eines
Dampfhammers. Solchermaßen
eingestimmt
stören denn auch die
hautengen, straffen Scha-
lensitze mit dem Automatik-Hosenträgergurt
nicht mehr. Das Innere präsentiert
sich ebenso
auf- wie ausgeräumt.
Unwesentliches fiel der
Abmagerungskur zum Opfer.
Da aus diesem
Grund auch die Dämm-
und Isoliermatten dran
glauben mußten, geht
es im Innenraum ge-
räuschvoll und - nach
wenigen Kilometern -
auch recht hitzig zu. Die
Schiebefenster ver-
schaffen kaum Linderung.
Doch spielen diese Dinge
eine untergeordnete
Rolle, solange man den Carrera
in gestrecktem
Galopp bewegt. Da der Turbolader
erst bei rund
3500/min seine Tätigkeit
aufnimmt und bis 6900
Touren aktiv bleibt, gerät
ein weniger geübter
Automobilist rasch in Streß.
Wer zügig voran-
kommen will, sollte tunlichst
darauf achten, |
daß
die Drehzahl des Zweiliter-Auto-
Triebwerks nicht unter die
3500/min-
Grenze fällt. Andernfalls
sinkt die
Leistung auf gutes Durchschnitts
niveau. Um dies zu verhindern,
muß im
noch exakt zu schaltenden
Fünfgang-
getriebe wacker gerührt
werden. Bei Fehl-
schaltungen brechen die
245 Pferdchen
schlagartig zusammen. Oder
sie stieben
vehement davon. Beides passiert
meist an
unpassender Stelle, nämlich
in einer Kurve.
Ist es gelungen, mit beider
Hände Pak-
kraft den Untersteuerer
zu bändigen,
beginnt das Spiel von neuem,
denn die
Geraden zwischen den Kurven
schrumpfen
auf Superkurzstrecken zusammen.
Der Porsche 924 Carrera
GTS kann in einer
Einzelabnahme für die
Straße zugelassen
werden. SO richtig wohl
fühlen dürften sich
Fahrer und Fahrzeug aber
nur auf der Renn-
strecke. Und da gehören
sie eigentlich auch
hin. |