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M gegen S (2)       AMS        17/1986

 
Die größten Differenzen zeigen sich offensichtlich
im Karosseriebereich. Der Porsche ist auf den 
ersten Blick als Sportwagen erkennbar, lange 
Frontpartie und knapp geschnittene Fahrgastzelle
verraten, daß Nutzwert nicht erste Priorität hat.
Ganz anders der BMW. Eine herkömmliche Lim-
ousine wurde mit einer Fülle von Zutaten auf 
sportlich getrimmt. Dickbauchige Kotflügelverbrei-
terungen, voluminöse Spoiler sowie eine schräger
gelegte Heckscheibe verraten die Absicht.
Ein Sportwagen nach Art des Porsche 944 S ver-
spricht überlegene Fahrleistungen. Um diese zu 
erreichen, statteten die Stuttgarter Spezialisten 
den Zylinderkopf mit vier Ventilen dieser Technik
und hinreichend bekannt. Das Ergebnis der Kom- 
bination mit einem relativ großen Hubraum sind 
190 PS (140 kW). Dabei spielt es nach Art des 
Hauses keine Rolle, ob mit oder ohne geregelten
Katalysator.
Alles in allem günstige Voraussetzungen für 
eine dynamische Motorisierung. Doch schon 
nach den ersten Kilometern im 944 S offen-
bart der jüngste Porsche-Sproß einen eher 
lethargischen Charakter. Auf Gaspedalbewe-
gungen reagiert die Großkolben-Maschine 
nicht mit dem von anderen Vierventilern ge-
wohnten Biß. Statt dessen herrscht der Ein-
druck, als würde die Motor-Elektronik Denk-
pausen beanspruchen. Besonders irritiert 
dieses Gefühl von fehlender Kraft im Bereich
unter 4000 U/min. Erst über 5000 U/min zeigt
der Porsche-Vierventiler sein zweites Ich. 
Dann dreht er munter hoch bis 6800 Touren, 
wo die Kraftstoffzufuhr unterbrochen wird. 
Von überschäumendem Temperament kann
allderdings in keinem Drehzahlbereich die 
Rede sein. Dazu wirkt der neue S-Motor 
immer ein wenig zu bequem.