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Porsche 928 Cabrio (3)        AMS         22/1986

 
Zuneigung müssen auch die Kunden habe, denn
immerhin 69 000 Mark plus Mehrwertsteuer möchte
Jurinek gern verbuchen, soll er Hand an die 928-
Öffnung legen. Er hat dies bislang schon fünfmal 
getan, beginnend mit der ersten Experimentalstufe
aus zwei Schrott-Fahrzeugen, die so annehmlich
ausfiel, daß gleich vier Kundenaufträge eingingen.
Wer bei Jurinek mit einem 928 vorfährt und sagt 
"Mach auf", muß in Kauf nehmen, daß sein teures
Automobil zuallererst gründlich ausgeweidet wird. 
Und damit nicht allein die Entnahme der Sitze ge-
meint, sondern der Ausbau der kompletten Innen-
einrichtung, plus Demontage der Türen, der vorder-
en Kotflügel und der Blechflanken hinten. Denn das
Operationsteam um Jurinek ist in erster Linie an 
der Freilegung von Hohlräumen in der 928-Karos-
serie interessiert, um dort eine Art Gitterrohrrahmen
als stützendes Korsett zu verschweißen.
Die Verstärkungen für das künftige 928-Cabrio 
bestehen aus soliden Vierkant-Stahlprofilen, 
die dem Wagen helfen sollen, auch ohne Fest-
dach auf der Landstraße möglichst verwindungs-
frei überleben zu können. Den großen Anteil an
der 928-Armierung hat, so Jurinek, ein Rohrver-
bund, der sich um die U-förmige Aussparung der
Türen von den vorderen Federbeinen bis zu den 
Achsaufnahmen hinten schlingt. Natürlich gehö-
ren auch noch Quertraversen im Heck des Wa-
gens und Stützpfeiler zu wichtigen Karosserie-
Knotenpunkten zum Stärkungsprogramm des 
928-Skeletts.
Die Enthauptung des Wagens geschieht rüde 
und ohne Pardon. Dem 928 wird der Blechskalp 
ab dem Frontscheiben-Rahmen abgezogen, 
auch die B-Säule fällt, und vor dem Kofferraum-
Abteil wüten Blechschere und Trennsäge beson-
ders intensiv. Denn man hat sich vor der Kielle-
gung des 928-Cabrios die Vorgabe gemacht, ein 
voll versenkbares Verdeck anzubieten - anders 
als es Porsche beispielsweise am 911 oder 944
Cabrio vorzeigt.