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Porsche 928 Cabrio (2)         AMS         22/1986

 
Herbert Jurinek, 33, ist Geschäftsmann in Alling, 
vor den Toren Münchens, mit zwei dunklen Punk-
ten in der Lebensgeschichte: Es heißt tatsäch-
lich Heribert und ist jünger, als er angibt. Sowas 
kommt schon mal vor bei einem, der von unten
nach oben drängt, was bei Heribert Jurinek, in 
Wahrheit 32, bedeutet, daß er sich nach dem 
Frisieren preiswerter Studentenautos übergangs-
los der Pflege feinster Porsche-Ware, dem 928, 
zugewandt hat.

Nun ist der Sprung vom Renault 4 zum Porsche 928
nur dann ein paar Hausnummern zu groß, wenn der 
Mann sein Handwerk nicht versteht. Das scheint bei 
Kraftfahrzeugmeister Jurinek nicht der Fall zu sein, 
denn seine Werkstatt in Alling steht voll mit Kun-
den-928, zur Pflege, Wartung und Reparatur. Jurinek,
der sich selbst als 928-Fan bezeichnet, ist Anlaufstel- 
le für Porsche-Fahrer, deren Fahrzeuge - aus zweiter,
dritter oder x-ter Hand - jenseits der Garantiezeit und
Meldepflicht bei Porsche-Vertragshändlern stehen.

Als umtriebener Mensch, der zwischen Tag- und 
Nachtschichten vor Ort auch Fernreisen nicht zu 
kurz kommen läßt, entdeckte Jurinek die ameri-
kanische Idee vom wahrhaften Lust-Automobil:
"Offen müssen sie sein und einen V8-Motor be-
sitzen - wie die Ami-Wagen an den Anlegestellen
von Palm Beach." Und als er sich daheim mal wie-
der in den Motorraum eines Porsche 928 verkroch
und die Zündfolge abzählte (1-3-7-2-6-5-4-8), merkte
er, daß seinem Objekt der Begierde und Umsatz-
steuer eigentlich nur noch eins fehlte: mehr Luft von
oben.

So gedieh das Berufsbild von Heribert Jurinek vom 
Werkstatt-Besitzer zum Cabrio-Bauer. Daß seine 
ersten Luftmanöver ausgerechnet auf Porsche 928-
Basis erfolgten, begründet Jurinek zwar primär mit
seiner tiefen Zuneigung zu diesem Typ, aber auch 
mit Verneigung vor der Qualitätsarbeit der Schwaben.