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Sportwagen der Superlative (4)            rallye racing         6/1993

 
Im Innenraum des Ferrari
geht es nüchtern zu. Auf
jeden überflüssigen 
Schnickschnack wurde
verzichtet. Es herrscht
Rennwagenatmosphäre,
durch die offene Kulissen-
schaltung zum Beispiel, 
mit einem Schuß Komfort.
Im Porsche ist es etwas
wohnlicher, aber auch hier
erkennt selbst der ungeübte 
Sportwagenbetrachter sofort, 
um welches Auto-Kaliber
es sich handelt. Der Ferrari-
fahrer ist von der Außenwelt 
ziemlich abgeschottet. 
Denn es bestehen nicht
sonderlich viele Mög-
lichkeiten, mit ihr Sichtkon-
takt aufzunehmen. Besonders
der Blick nach schräg hinten
ist von der breiten Dachsäule
stark eingeschränkt. Im 
Porsche mit seiner guten Rund- 
umsicht gibt es solche Proble-
me nicht.
Als der Ferrari und der Porsche 
in ihrem Versteck von den
ersten Interessenten entdeckt
worden sind, ist es vorbei mit 
der Ruhe. "Wieviel PS, wie
schnell, wie teuer...?"
Fragen über Fragen. Und ein
jeder will alles aus nächster
Nähe bewundern. Dabei gibt
es drei Kategorien von Be-
trachtern, zumindest für den
Ferrari: Die einen schauen
ganz offen hin, staunen und
drücken sich bei erster Gele-
genheit auch ihre Nase an 
den Scheiben platt, um einen 
Blick in das Innere des 
sagenumwobenen Sportwagen 
zu werfen. Die zweite Gruppe 
tut so, als würde sie ihn gar 
nicht bemerkt haben, lugt 
heimlich aber doch rüber. 
Die dritte schaut ganz 
schnell weg ...
Dem Porsche tritt die Meute
von Neugierigen schon re-
spektloser gegenüber, der
911er ist zwar auch nicht 
gerade alltäglich, gegen den 
Ferrari aber ein Massenprodukt,
von dem man ja als weltmän-
nisch erfahrener Autofan fast
alles weiß.
Nach kurzer Zeit sind die Au-
tos so umlagert, daß nur noch
die Flucht bleibt. Als die Fah-
rer einsteigen wollen, treten
die Zuschauer mit viel Respekt
zurück - in Erwartung eines
ohrenbetäubenden Schauspiels
beim Anlassen der Triebwerke.