Kamera
ab! Läuft! Action!
Die zwei Hauptdarsteller,
ein roter Ferrari und ein
metallic-grüner Porsche
911, beschleunigen heftig
und nehmen ihre Position
ein. Am Himmel lauert der
derzeit modernste Polizei-
hubschrauber, Libelle, auf
seinen Einsatz.Wenig
später, in niedriger
Höhe
über der Fahrbahn schwe-
bend, hat das Auge des
Gesetzes die beiden
Fahrzeuge erreicht. Drei
Minuten dauert die Ein-
stellung, |
ehe
der Kameramann zufrieden
den Daumen hebt, und
"Gestorben!" ruft. Diese
Szene
trägt allerdings nicht
die Hand-
schrift eines Hollywood-
Regisseurs auf kalifornischen
Highways, sie spielt auf
einer
deutschen Autobahn und ist
ein minutiös geplanter
Foto-
termin für den Vergleich
zweier
Supersportwagen.
Sofort nach Beendigung ihres
Auftritts verschwinden die
beiden
Hauptdarsteller am Horizont,
verlassen die Autobahn und
verstecken sich auf einem
Parkplatz. Den Fahrern |
der
nachfolgenden Fahrzeuge
bleiben
als Erinnerungen nur
die
imposanten Heckpartien,
das
laute Brüllen der Motoren
und
gelegentlich eine Turbo-
flamme
aus dem Auspuff des
Porsche.
Von den durchtrai-
nierten
Körpern der Profi-
Sportler
haben sie kaum etwas
gesehen.
Der
eine, der neue Porsche 911
turbo
3.6, ist von seiner ganzen
Statur
her deutlich runder, hat
breite,
herausgezogene Kot-
flügel
und einen mächtigen
Heckspoiler
auf seiner |
Motorraum-Klappe.
Der an-
dere, der Ferrari 512 TR,
ist
vorne tief geduckt, sehr
flach
und wirkt langgestreckt.
Dessen überdimensional
breites, kantiges Heck
läßt jeden Tankwart
bei
der Einfahrt in die Wasch-
anlage Blut und Wasser
schwitzen. Nur mit Milli-
meterarbeit kann der breite
Hintern des italienischen
Wunderwerks so plaziert
werden, daß die Wasch-
bürsten keine Schaden
an seinem teuren Designer-
Kleid anrichten. |