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 Porsche 924 Lenz turbo (2)
 
Auch empfehlen wir, die Drehfreudigkeit des Motors 
in den unteren Gängen nicht voll auszunutzen, da 
man im Eifer des Gefechts zu schnell in Drehzahl-
gebiete vorstoßen könnte, die besser tabu bleiben. 
Man tut also gut daran, nicht nur auf Krawall zu 
fahren und die eingehauchten Mehr-PS sparsam 
einzusetzen. Ein sportlicher Fahrer sollte die Bean-
spruchungsgrenzen eines solchen Motors respek-
tieren und sich über die Folgen einer Überschreitung 
im klaren sein: 8000 Mark kostet der Spaß nämlich 
und zwar lediglich die Umrüstung des Motors auf 
Turbo-Betrieb. Um der gesteigerten Kraft Herr zu 
werden, griff Lenz zu drastischen Mitteln: er unterzog 
Fahrwerk und Bremsanlage einer tiefgreifenden Über-
arbeitung. So wurden an der Vorderachse Koni-
Dämpfer und innenbelüftete Bremsscheiben mit den 
Aluminium-Bremssätteln des Porsche Carrera mon-
tiert. Und um die Lenkbarkeit zu erleichtern, wurden 
vorn schmalere Reifen als auf der Hinterachse aufge-
zogen. Vorne rollt der aufgepustete 924 auf Pirelli P7 
205/50 VR15, hinten auf 225/50 VR15. Durch die 
straffe Stoßdämpferabstimmung werden Bodenun-
ebenheiten nicht so gut wie beim Serien-924 absorbiert. 
Diese Aufgaben müssen bei der Lenz-Version verstärkt 
von den Sitzen übernommen werden. Allerdings ist die 
Komfortminderung für einigermaßen sportiv gesonnene
Fahrer durchaus zu verkraften; die aus der Fahrwerks-
Überarbeitung resultierende Verbesserung der Fahrei-
genschaften in Kurven macht den kleinen Nachteil mehr 
als wett. Selbst im Grenzbereich läßt sich der kesse 
Berliner ohne Probleme bewegen und zeigt kaum spür-
bare Lastwechsel. Die Bremsanlage zeigte keine 
Schwächen. Sie verzögerte den schnellen 
Porsche spurtreu und zeigte auch nach 
wiederholtem Abbremsen aus hoher Ge-
schwindigkeit keine Fading-Erscheinungen. 
Ein weiteres Plus: Es ist der Firma Lenz 
vorzüglich gelungen, die bei Lademotoren 
übliche verzögerte Ansprache zu vermeiden. 
Auch nach dem Schaltvorgang - der durch ein 
kurzes Schließen der Drosselklappe eine 
Unterbrechung des Ladedrucks bedingt - setzt 
sofort wieder die volle Zugkraft des Motors ein. 
Das einzig richtig Unerfreuliche ist der stolze 
Preis des Berliner Turbo-924: 18 000 Mark muß 
für die Überarbeitung auf den Tisch geblättert 
werden. Andererseits kann man ein solches 
Auto nicht mit einem Großserienwagen verglei-
chen, obgleich das Zuffenhausener Turbo-Pen-
dant wahrscheinlich auch nicht sehr viel preis-
werter ausfallen wird. Bleibt noch abzuwarten,
was und wieviel die Porsche-Techniker ihrem
kleinsten Sproß mit auf den Weg geben werden.
Zunächst kann man sagen, daß Benno Lenz
vorzüglich gelungen ist, den 924er fahrwerks-
technisch und von der Motorleistung gegenüber
den bisherigen Serienmodellen deutlich abzuhe-
ben. Man kann mit dem Lenz turbo so manchen 
anderen Fahrer eines schnellen Autos verblüffen, 
und das auch, ohne anschließend an der nächsten 
Tankstelle unangenehm überrascht zu werden. 
Der Motor begnügt sich bei nicht übermäßig rüder 
Fahrweise mit durchschnittlich 15,1 Liter Super-
benzin auf 100 Kilometer Fahrstrecke.