Um ehrlich zu sein, wir
sind selten bei einem
Fahrzeug mit soviel Vorbehalt
an eine Test-
aufgabe herangegangen wie
beim Porsche
924 Lenz turbo. Schließlich
kann man mit
einem Turbolader jeden Motor
auf höhere
Leistung bringen, fragt
sich nur, ob dem Trieb-
werk das auf die Dauer bekommt.
Wir haben
mit dem Lenz turbo keinen
50 000 Kilometer-
Test gefahren und können
nicht beurteilen,
wie groß die Lebenserwartung
des Turbo-
Motors ist. Erstaunt hat
uns aber die Lauf-
kultur und Geschmeidigkeit,
mit der dieses
getunte Triebwerk zur Sache
ging. Jede Auf-
ladung durch einen Turbolader
ruft Bedenken
hinsichtlich Überbeanspruchung
und Vermin-
derung der Lebensdauer wach,
es sei denn,
der Motor wird bautechnisch
der erhöhten
Anforderung angepaßt.
Aus diesem Grund hat
die Firma Lenz die Verdichtung
des 924-
Serientriebwerks mittels
Mahle-Spezial-Kolben
von 9,3 : 1 auf 6,5 : 1
reduziert. Der Zylinder-
block und -kopf, die Bosch-K-Jetronic,
die Pleuel
und Kurbelwelle bleiben
unverändert. Lediglich
eine thermisch stärker
belastbare Zylinderkopf-
dichtung wird als vorbeugende
Maßnahme ein-
gebaut. Entsprechend dem
derzeitigen Entwick-
lungsstand der KKK-Turbo-Technik
wird der Lade- |
druck des Lenz-Motors im
wesentlichen von
der die Turbine durchströmenden
Abgasmenge
bestimmt. Ist der gewünschte
Ladedruck von
0,4 bar erreicht, so wird
die überschüssige Ab-
gasmenge über ein Ventil
direkt in den Auspuff
geleitet und durchströmt
den Lader nicht. Durch
diese Abgas-Turbo-Anlage
erreicht die Firma
Lenz eine Leistungssteigerung
auf 174 PS
(127 kW). Das sind fast
50 PS und damit rund
40 Prozent Mehrleistung
als beim Serienmotor.
Das Drehmoment verbesserte
sich um knapp
60 Prozent auf 24 Meterkilopond
und stellt sich
bereits bei 6200 U/min ein.
Egal, bei welcher
Drehzahl man drauftritt,
die Beschleunigung voll-
zieht sich sanft und ohne
Ruckeln. Der Beschleu-
nigungswert aus dem Stand
auf 100 km/h in 7,1
Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit
von
über 225 km/h sprechen
eine deutliche Sprache.
Der Lenz turbo ist damit
um einiges lebendiger
als sein Saugbruder aus
Zuffenhausen, der für die
Beschleunigungsübung
benötigt und dessen
Höchstgeschwindigkeit
202 km/h beträgt. Beein-
druckt hat uns die Laufruhe
des Motors. Sie sollte
den Fahrer jedoch nicht
zum Leichtsinn verführen:
Dauerndes Dreschen wird
dieser Maschine,
solange sie mit dem Serien-Kurbeltrieb
ausgerüstet
ist, mit Sicherheit ein
frühzeitiges Ende bereiten. |