Es
läuft gut." Projektleiter Norbert Singer aus der
1000-köpfigen Mannschaft
der Porsche-Erfinder AG
in Weissach wartet seit
gut vier Monaten darauf,
daß seine in härtesten
Tests laufenden 924-Turbo
in Rennausführung Probleme
bekommen. Denn spät,
in der ersten Oktoberwoche
des vergangenen Jahres,
lief der Count-down für
das Projekt "924 Le Mans" an.
Und fast noch einmal sechs
Wochen vergingen, bis
der Auftrag genau definiert
war: Es ist ein 924-Turbo
in Rennausführung zu
bauen, der seine Premiere
1980 in Le Mans haben soll
und danach so weiterent-
wickelt werden kann, daß
er - mit wenigen Änderungen -
imstande ist, in der Gruppe
4, in der ab 1982 gültigen
Gruppe B und in der entsprechenden
amerikanischen
Kategorie des SCCA (Sports
Car Club of America), mit
Aussicht auf Erfolg mitzumischen.
Im Februar rollte das
erste fertige Exemplar auf
einem Transporter zur süd-
französischen Rennstrecke
Le Castellet (Paul Ricard).
Die ersten abtastenden Versuche
galten der Kontrolle
und Funktionsprüfung
von Fahrwerk und Motor.
Beim Aufgalopp in Paul Ricard
gab es nur unerhebliche
Probleme. Die Truppe um
Dipl.-Ing.Singer zog zurück
nach Weissach und begann
die nächsten Punkte auf
dem Entwicklungsplan abzuhaken.
Die Porsche-Leute
gingen in den Windkanal
nach Wolfsburg. Resultat:
Man brauchte an der Karosserie
nichts Wesentliches
mehr zu ändern. Der
cW-Wert lag unter recht guten 0,35.
Es folgten nun vier Motor-Dauerläufe
auf dem Prüfstand
über 30 bis 35 Stunden,
genau nach dem vorgegebenen |
Le
Mans-Rythmus, das heißt: Der Prüfstand-Bediener
simuliert annähernd
eine vier Minuten lange Runde auf
dem Sarthe-Kurs.
So liefen die Motoren unter
anderem gut 1,15 Minuten
Vollgas (6300/min). Als
Test für die lange Gerade in
Le Mans. Fast parallel dazu
startete ein Dauerlauf auf
der Klimarolle. Damit können
wechselnde Wetterbe-
dingungen, auch Gegen- und
Seitenwind simuliert
werden. Mehrere Fahrer wechseln
sich im Zwei-
Stunden-Rythmus hinter dem
Lenkrad ab. Der Renn-
Porsche steht dabei mit
den angetriebenen Rädern auf
einer Rolle, auf der er
bis zur Höchstgeschwindigkeit
beschleunigt und auch auf
Null abgebremst werden
kann. Um gegen alle Eventualitäten
gewappnet zu sein,
nutzte die Entwicklungs-Crew
sogar das schlechte
Wetter Anfang diesen Jahres:
Zum einen wurde der 924-
Rennturbo bei strömenden
Regen auf die Teststrecke
geschickt und mußte
dort - mit Versuchs-Ingenieuren
hinter dem Lenkrad - in
der Gischtfahne eines dicht
vorausfahrenden Porsche
928 S einen Wassertest über
sich ergehen lassen. Anschließend
ließ man denselben
Wagen eine ganze Nacht im
Regen ohne Haube draußen
stehen. Den anschließenden
Elektrik- und Anlassertest
schaffte der 924 jedoch
mühelos. Als dann noch der 1000
Kilometer lange Rütteltest
auf dem Weissacher Versuchs-
gelände in nur anderthalb
Tagen ohne Defekte abgespult
werden konnte, bekam Projektleiter
Singer Sorgenfalten.
Geglückte Proben -
verpatze Premiere? |