Eine Porsche-Untersuchung
ergab:
Bei Tempo 230 hat die Abtriebskraft
beim Porsche 962 C bereits
die
Größenordnung
des Eigengewichts
(etwa 950 Kilogramm einschließlich
vollem Tank plus Fahrer)
erreicht.
Der alte 917 braucht 300
km/h, bis
sich eine Abtriebskraft
aufbaut, die
seinem Gewicht entspricht.
Auf der Rennstrecke umgesetzt:
Der 962 C meistert Querbeschleu-
nigungen bis zum Zweieinhalbfachen
der Erdanziehungskraft (2,5g)
und
erreicht beispielsweise
im südfranzö-
sischen Paul Ricard Rundenzeiten,
die vier Sekunden unter
den 917-er
Bestwerten (aufgestellt
von der
stärksten 917-Variante,
dem 917/30
mit 1000 PS-Turbomotor)
liegen.
Nicht, daß jetzt der
Verdacht auf-
kommt, der 917 hätte
nie einen
Windkanal von innen gesehen.
Wie bei allen Porsche-Sportwagen,
so hieß auch hier
die erste Pflicht-
lektion: Aerodynamik - und
das
praktisch von klein auf,
zuerst als
1:5-Modell, später
im ausgewachs-
enen Zustand. |
Porsche 917: der Zwölfzylinder
leistet 600 PS |
Und
die Aerodynamiker bei Porsche
waren damals keineswegs
einfältige
Burschen. Sie gaben dem
917 ein aus-
geklügeltes Spoilersystem
mit auf dem
Weg. Klappen an Bug und
Heck, die je
nach Radbewegung aufgerichtet
oder
flachgestellt wurden. Drohte
der Wagen
beispielsweise über
eine Kuppe einmal
abzuheben, dann stellten
sich mit dem
Anfedern der Räder
gleichzeitig die
Spoilerklappen steil in
den Wind.
Schade, daß der feine
Trick schnell
verboten wurde. An die Aerodynamik-
Streiche der Gegenwart hätte
er aber
mit Sicherheit ohnehin nicht
herange-
reicht.
Das Geheimnis hinter den
sensation-
ellen Abtriebswerten am
Porsche 962 C
heißt schlicht "ground
effect". Die
Formel 1 hat die Revolution
mit den
"wing cars" eingeleitet.
Beim "wingcar"
wird durch ein umgedrehtes
Flügel-
profil an der Wagenunterseite
ein Unter-
druck ("ground effect")
erzeugt, der das
Rennauto regelrecht an die
Fahrbahn
saugt. Der revolutionäre
Parterre-Akt
war im Fall Porsche allerdings
eine
etwas schwierige Übung. |