Die
beiden Autos wurden bei der-
selben Firma für dieselbe
Rennserie
konzipiert - und doch
stecken die
voller Gegensätze.
Der Oldtimer hat
ein Rohrrahmen-Chassis,
die aktuelle Rennkonstruktion ein Monocoque.
Früher favorisierte
man einen Zwölf-
zylinder-Saugmotor, heute
besorgt
ein Sechszylinder-Biturbo
den Vor-
trieb.Selbst ihre Definition
im Sport-
gesetz trägt unterschiedliche
We-
senszüge: Der Porsche
917 siegte
als "Serien-Sportwagen bis
fünf Liter
Hubraum". Mindestens 25
Exemplare
mußten für die
Homologation auf die
Räder gestellt werden.
Der Regel-
rahmen erlaubte ein Mindestgewicht
von 800 Kilogramm und einen
maxi-
malen Tankinhalt von 140
Litern. Das
Reglement hatte aber auch
kuriose
Forderungen parat: Es verlangte
ne-
ben einem Fahrersitz und
einem Bei-
fahrersitz und einem Reserverad
auch
einen Norm-Kofferraum -
als ob
irgendeiner auf die Idee
hätte kom-
men können, mit einem
Porsche 917
an die Riviera zu düsen.
Aber das
Sportgesetz kannte kein
Pardon.
Zwei Koffer im Format 60
x 40 x 20
Zentimeter mußten irgendwo ins
Auto passen. |
Porsche 962 C: ein Bleckmonocoque
als
stabile Kernzelle.
Ein Sechszylinder-Biturbo
für den satten
Vortrieb
|
Eine
gewisse Liberalisierung der Gesetzgebung ist heute schon zu
spüren. Den Porsche
962 C definiert
das Gesetzbuch als einen
Sportwa-
genprototypen, der ausschließlich
für
Rennen auf abgesperrten
Rennstrek-
ken konzipiert ist. Aber
auch er muß
neben dem Fahrersitz noch
eine leich-
te Plastikschale im Inneren
tragen
- eine langbeinige Blondine
wird sich
aber sicher nie dorthin
verirren.
Der aktuelle Porsche muß
50 kg mehr
auf die Waage bringen als
sein alter
Vetter. Ein weiteres Handikap:
Das Verbrauchsreglement
gestattet
nur 510 Liter für 1000
Kilometer.
Auf den ersten Blick finden
sich zu-
mindest optische Parallelen.
Beide
haben die klassisch aggressive
Sportwagen-Silhouette, flachgeduckt,
mit üppig abgerundeten
Radverklei-
dungen vorn, die kuppelartige
Pan-
oramascheibe des Cockpits,
dahinter
die langgestreckte Kunststoffabdek-
kung des Maschinenabteils,
die
schließlich in einem
ordentlichen
Heckflügel gipfelt.
Glaubt man aller-
dings den Zahlenspielen
der Aero-
dynamiker, dann trügt
der erste Blick gewaltig. Einmal vom Fahrtwind um-
strömt, trennen die
beiden Konstruk-
tionen Welten. |